REAL DANCE 2026
Fünf Tage voller Tanz liegen hinter uns. Am 28 JAN wurde das REAL DANCE Festival 2026 durch Mixed Bill von A.I.M by Kyle Abraham im Schauspielhaus eröffnet. Der mehrteilige Abend präsentierte drei herausragende Repertoirestücke sowie die Uraufführung von Mediation Reprise, in welcher die Gewalt gegen Schwarze Menschen in den USA verhandelt wird. Der Abend begeisterte nicht nur wegen seiner bitteren Aktualität, sondern auch wegen seiner ästhetischen Vielfalt.
Auch die anderen internationalen Gastspiele verorteten Tanz als künstlerisch-kritischen Kommentar in ihren jeweiligen Herkunftsländern. Während Beugré in Épique ! (pour Yikakou) tänzerisch und musikalisch den Ahnen ihrer Heimat nachging, reflektierte SoftMachine: The Return von Choy Ka Fai Tanz als Ausdruck von Identität, Geschichte und Freundschaft. Jerron Herman – krankheitsbedingt nicht tänzerisch im Einsatz – choreografierte den sehbehinderten Tänzer-Choreografen Christopher „Unpezverde“ Núñez in der Ausstellung Self-Portrait as a Pregnant Woman von Teresa Solar Abboud im Kunstverein Hannover.
Zum Abschluss des Festivals fand mit Ready To Be Soft des Brujas Collective am 1 FEB das erste All-Style-Battle im Neuen Rathaus statt. In drei Runden traten über 70 Tänzer*innen an und zeigten sich vor einem internationalen Judge-Panel und dem Publikum.
Festivalleiterin Melanie Zimmermann freut sich darüber, dass das Festival mit seiner dritten Ausgabe in der Außenwahrnehmung an Bedeutung gewinnt:
„Diese Ausgabe war eine besondere, weil wir das Festival nun zum dritten Mal veranstaltet haben: Real Dance hat jetzt Tradition! Wir haben unseren Platz in der Szene hier gefunden und arbeiten sehr gerne mit den Künstler*innen und Institutionen zusammen, um noch mehr Vielfalt und Internationalität des Tanzes in der Stadt zu produzieren. Diese Ausgabe war auch deswegen eine besondere, weil wir zwei für unser kleines Festival außergewöhnlich große Projekte im Programm hatten, in die viel Herzblut geflossen ist. Mit Kyle Abraham hat ein Choreografie-Weltstar eine Uraufführung in Hannover gefeiert und mit dem Brujas Kollektiv hat Hannover zudem gesehen, wie wichtig es ist, jungen Talenten der Stadt eine Plattform zu geben und sie zu fördern. Für das Bühnenprogramm und die Teilnahme am Battle sind viele internationale Gäst*innen angereist, was zeigt, dass das Festival an Wichtigkeit gewinnt. Am meisten freut mich jedoch, dass sich anscheinend viele Zuschauer*innen, die nicht so oft ihren Weg ins Theater finden, bei uns wohlgefühlt haben. Wir können auf ein sehr breites und vielfältiges Publikum zurückblicken und werden auch für die kommenden Ausgaben des Real Dance Festivals daran arbeiten, möglichst viele Anschlüsse an ästhetisch relevante und wegweisende Produktionen anzubieten. Real Dance ist für Hannover gemacht, und ich glaube, das spüren die Menschen."

